»Der Weinberger« – Frühlingsausgabe 2015

Freitag, 20 März 2015

»Der Weinberger« – Frühlingsausgabe 2015

Holen Sie sich den neuen "Weinberger" in Ihrer Musikschule oder im Klavierhaus!

Am Dienstag, 24. März 2015 erscheint die Frühlingsausgabe unseres Klaviermagazins "Der Weinberger".
Als Coverstory präsentieren wir "So tickt China" mit einem Reisebericht aus dem Land der aufgehenden Sonne und ein Interview mit dem Klavier-Magnat Terence Ng.

Und wir zeigen Ihnen, wie sie ohne eine Gebühr zu einem Bösendorfer kommen.

Weiteres finden Sie aktuelle News aus der Welt der Klaviere und der Musik, wie einen Steuertipps für Musiker des Spezialisten Erwin Hörwertner und die Rubrik "Was machen Sie da, Herr Ahrer" schildert die Vorzüge einer Feuchtigkeitsregulierung im Klavier. 

Brancheneinblicke von Ulrich Sauter und Georg Pfeiffer, die Fortschritte am Bau der neuen Bruckneruni, und viele musikalische Freizeitangebote für den Frühling erwarten Sie im neuen "Weinberger".

Und natürlich können Sie mit dem Zitate Ratespiel "Wer hat´s gesagt" wieder einen Rundflug über eine der schönsten Regionen Österreichs gewinnen!

Infos und Abos hier: 07223 / 860 840

Viel Spaß mit unserer Winterausgabe, Nr. 78 - und lesen Sie nachfolgend das Editorial:

Scheißjob

Es war einmal ziemlich schön, Chef zu sein. Man bekam ein Eckbüro, eine Topfpflanze, eine Gehaltserhöhung und allein des Titels wegen mehr Respekt. Man kannte sein Arbeitsfeld, konnte sich auf seine Erfahrung verlassen, führte mit Anweisungen. Und wenn man sich nicht allzu blöd anstellte, ging es weiter bergauf. 
Das ist lange her. Heute bedeutet Führung in immer mehr Unternehmen: weniger Privilegien, dafür umso mehr Unwägbarkeiten.
Das Team ist selbstbewusst und will überzeugt werde, der Markt ist kaum noch zu kalkulieren und das Tempo der Veränderung atemberaubend. Dazu kommt, dass die Rahmenbedingungen für Unternehmen bei uns verhältnismäßig »bescheiden« sind. Wegen der offenbar menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen wurden die österreichischen Unternehmen nun verpflichtet, die psychischen Belastungen in Mitarbeitergesprächen zu erheben, protokollieren, Gegenmaßnahmen zu vereinbaren und zu evaluieren. Alles muss in einem Akt griffbereit zur Verfügung der Organe stehen. Mich wundert es nicht, dass mein Nachbar, der einen gut gehenden Baubetrieb hatte, vor wenigen Wochen das Handtuch geworfen hat. Schluss, aus, Ende. Er hat der
Arbeitsmedizinerin wortwörtlich fürs Protokoll diktiert: » Bitte schreiben Sie: Ich, Herr xxx mache das nicht mehr mit. Wir schließen den Betrieb.«
Auch in der Klavierbranche kommt es zu teils seltsamen Verwerfungen. So hat ein großes überregional agierenden Unternehmen in einer Hochschule die Klavierstimmungen um sagenhafte 60 Euro angeboten. Der Verwaltungsdirektor nahm dankend an und die ortsansässigen seriös arbeitenden Klaviertechniker flogen raus, weil sie nicht für 25 Euro netto in der Stunde arbeiten können und auch nicht die Möglichkeit haben, den Service mit Verkäufen zu subventionieren.
Das Ende vom Lied: Die Firma hat sich wieder zurückgezogen, zwei Filialen geschlossen und verbrannte Erde hinterlassen. Kaum vorbei, ist der nächste Held am Plan und bietet dieselbe Masche in Musikschulen an.

Keine guten Aussichten für junge Klavierbauer. Super anstrengender Job, vier bis fünf Pianos pro Tag sauber und haltbar zu stimmen, und dann mit einem Lohn der knapp über kollektiv liegt nach Hause gehen. In jedem Unternehmen wird sich irgendwann die Frage stellen, wir man bei den herrschenden Rahmenbedingungen für junge Leute attraktiv und zukunftsfähig wird. Dazu gehört eine Unternehmenskultur, die Mitarbeiter wie Chefs eine Chance auf Erfolg und Familie lässt. Seltsamerweise fand ich das unerwarteter weise in China beim größten eigentümergeführten Klavierhersteller der Welt, Parsons Music (Seite 16). Auch die Nonnen vom Kloster Malojaroslawets in Russland zeigt mit ihrer Vision wie das geht (Seite 13). Einer, der das ziemlich gut hinbekommen hat, ist der Unternehmer Terence Ng (Seite 8). Von Haus aus Musiklehrer, hat er eine Firma aufgebaut, die Ihresgleichen sucht. Geschafft hat er das, weil er neben Weitsicht und Humor auch über eine der wichtigsten Führungseigenschaften verfügt: Bescheidenheit.
Herzlichst
Ihr
Bruno Weinberger